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Wohin nach der Volksschule?

Der Übertritt von der Volksschule in eine weiterführende Schule muss gut begleitet sein. Er stellt für die meisten Schülerinnen und Schüler den ersten "Bruch" in ihrer Schulkarriere dar. Die Kinder wechseln in der Regel nach vier Grundschuljahren in denen sie überwiegend von ein bis maximal zwei Klassenlehrerinnen in einem ganzheitlichen Unterricht betreut wurden, in meist viel größere Sekundarschulen (KMS, NMS, WMS, AHS) mit Fachlehrer/innen - System.

Dies bedeutet für die Kinder die Notwendigkeit sich in eine neue Schulkultur, verbunden mit einer neuen Kultur des Unterrichts, der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung, einzuleben. Der Schulwechsel bringt außerdem eine Neugestaltung des außerfamiliären Beziehungsgeflechts mit sich. Neue Sozialbeziehungen müssen aufgebaut und gestaltet werden. Diese Herausforderung wird einerseits von den Schülerinnen und Schülern als eine Veränderung mit vielen Möglichkeiten und Chancen erlebt, andererseits sind Veränderungen immer auch mit Unsicherheiten und nicht selten mit ein wenig Unbehagen verbunden.

Auch Eltern sehen dem bevorstehenden Schulwechsel Ihres Kindes meist mit gemischten Gefühlen entgegen, zumal die Wahl der Schule zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung eines Kindes, meist durch die Eltern getroffen wird. Fast immer stellen sich die Eltern die Frage: "Habe ich auch wirklich die richtige Entscheidung getroffen?"; "Wird sich mein Kind in der neuen Schule wohlfühlen und den neuen Anforderungen gerecht werden?"

Aufgrund genau dieser Überlegungen ist es uns im 1. Inspektionsbezirk ein Anliegen unsere Schülerinnen und Schüler beim Übertritt in einen unserer KMS, NMS und WMS - Standort zu begleiten und jedem einzelnen Kind einen guten Einstieg zu ermöglichen.

Neben einer intensiven Vorbereitung durch unsere Lehrerinnen und Lehrer der Volksschulen haben wir ein gut ineinandergreifendes Konzept entwickelt, das Schülerinnen und Schüler, sowie deren Eltern unterstützen soll.

Zu diesem Konzept gehören:

  • Beratung der Eltern bereits in der Volksschule

    Bereits an den Volksschulen ist es Lehrerinnen und Lehrern ein großes Anliegen im Austausch mit Kindern und Eltern die am besten geeignete Schule und Lernsituation für jedes einzelne Kind zu finden. Durch kollegiale Hospitationen in der jeweils anderen Schulform, stehen die Kolleg/innen der Volksschulen in regem Austausch mit den Lehrer/innen der Sekundarstufe.

  • Tage der offenen Tür

    An allen unseren KMS/ NMS / WMS - Standorten werden Tage der offenen Tür angeboten. Dabei können nicht nur Eltern mit ihren Kindern Einblick in die "neue" Schule gewinnen, sondern auch Volksschul-Lehrerinnen mit ihren Klassen am Unterricht teilhaben. So wird die neue Schulform und der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler erlebbar und damit einschätzbar.

  • Nahtstellentreffen

    Sobald die Schulwahl getroffen ist, werden seit dem Schuljahr 2007/08 Treffen zwischen Lehrerinnen und Lehrern der Volksschulen und jener der weiterführenden Schulen organisiert. Dabei treten die Volksschullehrer/innen mit Kolleginnen der Sekundarstufe in Austausch, mit dem Ziel die Kinder gut an die weiterführende Schule zu übergeben. Thematisiert werden dabei nicht nur die Leistungen und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler, sondern vor allem auch deren Stärken, Vorlieben und Besonderheiten.

  • Beobachtungszeitraum in der KMS/NMS/WMS

    An den weiterführenden Schulen, wird in den ersten beiden Schulwochen meist in Projekten gearbeitet. So haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit ihre Klassenkamerad/innen und ihre Lehrerinnen und Lehrer rasch kennen zu lernen. Gleichzeitig bietet diese Zeit eine gute Gelegenheit für das gesamte Lehrer/innen -Team die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Arbeit zu beobachten und sich intensiv mit ihnen auseinander zu setzen.

  • Standortgespräche an den einzelnen Standorten

    An allen unseren KMS/ WMS und NMS - Standorten werden seit dem Schuljahr 2007/08 regelmäßig Standortgespräche organisiert und extern begleitet. Standortgespräche sind Gespräche, die ab der 7. Schulwoche an allen Standorten abgehalten werden. Dabei tritt das gesamte Lehrerinnen-Team der 5. Schulstufen zusammen. Ziel dieser Gespräche ist ein kindzentrierter Austausch über jede einzelne Schülerin/ jeden einzelnen Schüler. Dabei werden gezielte Beobachtungen aller Lehrerinnen und Lehrer des Teams zusammengetragen und diskutiert. Gerade dann, wenn Lehrerinnen in Fächern unterrichten, bleibt der Blick auf die Gesamtsituation oft lange verborgen. Diese Standortgespräche helfen dabei das Kind in seiner Ganzheitlichkeit wahrzunehmen und das möglichst rasch nach dem Übertritt in die neue Schule. Das Kind mit all seinen Stärken, Schwächen, Besonderheiten und Bedürfnissen zu sehen ist Voraussetzung dafür bestmögliche Bedingungen zu schaffen und jedes einzelne Kind entsprechend seiner Bedürfnisse individuell zu fördern und zu fordern. Reflexionstreffen während des Jahres unterstützen das Lehrer/innen -Team dabei die Entwicklung des Kindes in allen Fächern zu reflektieren, die Effektivität von Fördermaßnahmen zu besprechen und neue Förderziele zu definieren. Für das Kind bedeutet dies eine bestmögliche Förderung durch das gesamte Team.

  • Einsatz von Förderberaterinnen und - beratern

    An allen Standorten unserer KMS / NMS / WMS - Standorte sind speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer (Förder-Berater/innen) im Einsatz, die Schülerinnen und Schüler in dafür eingerichteten Einheiten gezielte Unterstützung bei Lernschwierigkeiten anbieten. Diese Art der Unterstützung ist keinem Unterrichtsgegenstand zuzuordnen, sondern bietet Schülerinnen und Schülern durch gezielte Förderung in Kleingruppen die Möglichkeit ihre persönlichen Strategien, Handlungen und Arbeitsweisen weiter zu verbessern. Dabei wird mit den Schülerinnen und Schülern nicht ausschließlich im kognitiven Bereich gearbeitet, sondern je nach Bedarf werden Konzentrationstraining, motorische Übungen, Lerntraining, Übungen zur Stärkung von Teilleistungen u.v.m. angeboten. Durch laufende Reflexionstreffen und Fortbildungen ist die hohe Qualität der Fördermaterialien und -methoden sicher gestellt.

  • Arbeit mit allen Schulpartnern

    An allen Standorten wird der Eltern-Lehrer-Kind - Arbeit große Bedeutung beigemessen. Nur die Zusammenarbeit aller Beteiligten kann ein gutes Lernumfeld und bestmögliche Entwicklung und Förderung für das Kind sicher stellen.

  • Insgesamt soll das in unserem Inspektionsbezirk praktizierte Modell unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf den Übertritt in die weiterführende Schule vorbereiten und optimale Bedingungen schaffen, die seine/ihre Motivation und Zuversicht in die eigene Lern- und Leistungsfähigkeit stärken.

    "Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."
    [Galileo Galilei zugeschrieben]